Karl Kunkel (1913 - 2012)

Karl Kunkel stammt aus einer katholischen Gastwirtsfamilie in Ostpreußen und trat nach dem Abitur in das Priesterseminar in Braunsberg/Ostpreußen ein. Nach dem Theologiestudium in Tübingen und München empfing er 1938 die Priesterweihe. Zunächst Kaplan in Allenstein/Ostpreußen wurde er 1940 als Militärpfarrer nach Königsberg versetzt. Als Standortpfarrer musste er dabei als geistlicher Begleiter der zum Tod Verurteilten an zahlreichen Hinrichtungen von Soldaten teilnehmen.

Die Gestapo wurde auf ihn aufmerksam, als ein ehemaliger Studienkollege Anfang 1944 bei einem Verhör Kunkel als einen Mann mit Auslandskontakten bezeichnete. Am 15. Juli 1944 wurde Kunkel verhaftet und zur Vernehmung in das KZ Ravensbrück gebracht. Nachdem die Gestapo trotz Misshandlungen keine verdächtigen Machenschaften entdecken konnte, wurde Karl Kunkel als "Sonderhäftling" am 23.Februar 1945 in das KZ Dachau gebracht. Er wurde im Bunker in der Abteilung für geistliche Sonderhäftlinge inhaftiert und traf hier u.a. auf den späteren Weihbischof Johannes Neuhäusler und den evangelischen Pfarrer Martin Niemöller.

Ende April 1945 gehörte Kunkel zu jener Gruppe von über 100 Sonderhäftlingen, die von der SS als Geiseln nach Südtirol gebracht wurden, wo sie durch amerikanische Truppen am 4. Mai 1945 befreit wurden.
Ab Sommer 1945 war Kunkel zunächst für fünf Jahre Geistlicher im Kloster Schlehdorf/Oberbayern. Von 1950 bis 1956 leitete er als Rektor das Bischöfliche Konvikt in Bensheim und war dann bis zu seiner Pensionierung 1979 Pfarrer in Mainz.

Quelle: Häftlingsbiographien in der PC-Station

ZURÜCK