| Johannes Neuhäusler
(1888-1973)
Neuhäusler stammte aus einer bäuerlichen Familie. Er erhielt nach dem Theologiestudium in München im Juni 1913 die Priesterweihe. Zunächst als Kaplan in Oberaudorf am Inn kam er 1918 nach München. Hier war er u.a. in der Leitung des "Ludwig-Missions-Werks" tätig, das er 1923 in das "Päpstliche Werk der Glaubensverbreitung" eingliederte. 1925 gründete er das spätere "Bayerische Pilgerbüro", das regelmäßige Romreisen für das Bistum organisierte. Im Herbst 1932 berief ihn Kardinal Faulhaber, Erzbischof von München und Freising, in das Münchner Domkapitel. Nach der Machtergreifung Hitlers wurde Neuhäusler zum "Kirchenpolitischen Referenten" des Bistums ernannt. Seine Aufgabe war es, alles Material über die Auseinandersetzungen zwischen Staat und Kirche zu sammeln und das Vorgehen gegenüber staatlichen Stellen zu koordinieren. Hierbei ergaben sich auch engere Kontakte zum päpstlichen Nuntius in München, Kardinalstaatssekretär Pacelli (ab 1939 Papst Pius XII.). Am 4. Februar 1941 wurde Johannes Neuhäusler in München verhaftet. Nach
kurzer Haft in Berlin und im KZ Sachsenhausen kam er am 11. Juli 1941 in das
KZ Dachau. Hier war er als "Sonderhäftling" im Bunker inhaftiert,
zusammen mit dem katholischen Geistlichen Michael Höck und dem
evangelischen Pastor Martin Niemöller. Offensichtlich war es die Absicht
der Nazis, den prominenten Vertreter der evangelischen "Bekennenden
Kirche" zum Katholizismus bekehren zu lassen. Doch keiner der
Inhaftierten ging darauf ein. Gemeinsam stand ihnen jedoch eine Zelle zum
Gebet zur Verfügung. In dieser war ein Kofferaltar aufgestellt, der
Neuhäusler von Kardinal Faulhaber in das KZ geschickt worden war. Domkapitular Neuhäusler wurde am 20. Februar 1948 zum Weihbischof ernannt. 1960 organisierte er den 37. Eucharistischen Weltkongress in München, als dessen Höhepunkt Johannes Neuhäusler auf dem Gelände des ehemaligen KZ Dachau die "Todesangst-Christi-Kapelle" einweihte. Ebenso gründete Neuhäusler das Karmelkloster an der ehemaligen Nordmauer des Konzentrationslagers. Quelle: Häftlingsbiographien in der PC-Station
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