Gabriel Piguet (1887-1952)

Gabriel Piguet war seit März 1934 Erzbischof von Clermont/Frankreich. Am 28. Mai 1944 nach dem Pfingstgottesdienst verhaftete ihn die Gestapo in Clermont-Ferrand. Sie verdächtigte ihn über die Kontakte einiger Geistlicher seiner Diözese zur Resistance Bescheid gewusst zu haben. Obwohl ihm dies nicht nachzuweisen war, wurde Piguet in Haft behalten, zunächst im Militärgefängnis 92. Am 20. August 1944 wurde er von dort gemeinsam mit dem Prinzen Xavier von Bourbon in das KZ Natzweiler gebracht. Hier traf er auch auf General Delestraint, ein führendes Mitglied der Resistance. Kurz darauf räumte die SS das Lager Natzweiler wegen des Vorrückens der alliierten Truppen und brachte Piguet mit anderen Häftlingen nach Dachau.

Als Gefangener Nr. 103001 wurde er zunächst auf Block 26, den Block der Geistlichen, verlegt. Nach mehreren Vernehmungen durch die Politische Abteilung (Gestapo) wurde Piguet am 22. Januar 1945 als Sonderhäftling in den Bunker gebracht. Dort kam er in Kontakt mit den anderen Sonderhäftlingen, zu denen später auch General Delestraint stieß. Piguet zelebrierte in der Zelle am Westende des Bunkers die heilige Messe und wurde Anfang April 1945 auch hier bei den deutschen Geistlichen untergebracht. Piguet und die anderen Sonderhäftlinge wurden Ende April 1945 nach Südtirol transportiert, wo sie am 4. Mai 1945 ihre Befreiung durch die amerikanischen Truppen erlebten.

Am 14. Mai 1945 kehrte der Erzbischof nach Clermont Ferrand zurück, wo er von der Bevölkerung begeistert begrüßt wurde. Gabriel Piguet starb am 3. Juli 1952.

Quelle: Häftlingsbiographien in der PC-Station

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