alt alt
 

Neuerscheinungen


  • Kerstin Schwenke
    Dachauer Gedenkorte zwischen Vergessen und Erinnern: Die Massengräber am Leitenberg und der ehemalige SS-Schießplatz bei Hebertshausen nach 1945
    146 Seiten, Herbert Utz Verlag (Dezember 2011), ISBN-13: 978-3831640966, 29 €

    Neben der 1965 eröffneten KZ-Gedenkstätte Dachau, die jährlich von mehreren hunderttausend Besuchern aus aller Welt aufgesucht wird, gibt es auch zwei weniger bekannte Gedenkorte in Dachau: den KZ-Ehrenfriedhof auf dem Leitenberg, auf dem sich die Gräber von über 7400 Toten des Konzentrationslagers Dachau befinden, und den ehemaligen SS-Schießplatz bei Hebertshausen, auf dem etwa 4000 sowjetische Kriegsgefangene in den Jahren 1941/42 ermordet wurden.
    Die vorliegende Studie untersucht den Umgang mit diesen beiden Orten von 1945 bis zur Gegenwart und zeigt, wie sich die Formen der Erinnerung über die Jahrzehnte verändert haben.

    Über den Autor
    Kerstin Schwenke wurde 1983 in München geboren. Sie studierte Geschichte und Germanistik an der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Universidad de Salamanca. Ihr Studium schloss sie 2008 mit dem 1. Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien ab. Nach der Ablegung des 2. Staatsexamens ist sie seit 2010 Mitarbeiterin der KZ-Gedenkstätte Dachau.


  • Eva Gruberova, Helmut Zeller
    Geboren im KZ
    Mütter, sieben Kinder und das Wunder von Kaufering
    Mit einem Nachwort von Max Mannheimer
    213 S., Verlag C.H.Beck, München 2011, ISBN 978-3-406-62107-9, 12,95 €

    Als am 29. April 1945 die Amerikaner das Lager Dachau befreien, stoßen sie zu ihrer größten Überraschung auf sieben Frauen mit Babys. Ein Wunder wird bestaunt inmitten der Zerstörung. Das Buch von Eva Gruberová und Helmut Zeller erzählt die unglaubliche Geschichte von Eva und Miriam, zwei dieser sieben jüdischen Mütter, die verschiedene KZs durch viele glückliche Zufälle überstehen konnten und heute in Kanada und Tschechien leben.
    Das Buch erzählt ihre Geschichte beginnend mit den frühen 40er Jahren, als die beiden, die eine in Ungarn, die andere in der Slowakei, junge Frauen sind, hoffnungsvoll ihr Leben planen und sich verlieben. Beide werden in den ersten Wochen ihrer Schwangerschaft nach Auschwitz-Birkenau deportiert. Ohne voneinander zu wissen, durchlaufen Eva und Miriam noch zwei weitere KZs, bis ihre Schwangerschaft Ende November 1944 von der SS entdeckt wird. Sie werden in das Dachauer Außenlager Kaufering I gebracht, wo sie sich kennenlernen. Die Nachricht über die Geburt der Kinder im Winter 44/45 sorgt im Lager, in dem täglich Menschen an Hunger, Kälte und Folter sterben, für starke emotionelle Reaktion. Niemand weiß, warum die SS die Frauen und Babys nicht töten lässt. Während der Evakuierung des Lagers überstehen die Frauen mit ihren Babys auf dem Arm einen Luftangriff der Alliierten und werden schließlich in Dachau befreit. Eva erfährt, dass ihr Mann Géza nicht überlebt hat. Miriam hat mehr Glück, sie wandert mit ihrem Mann und dem Baby nach Kanada aus. Aber alle sieben Mütter finden sich nach dem Krieg wieder.

  • Ilse Macek
    Max Mannheimer - Überlebender, Künstler, Lebenskünstler
    Ausgewählte Reden und Schriften von und über Max Mannheimer
    255 Seiten, Volk Verlag, München 2011, ISBN-13: 978-3862220120, 16,90 Euro

    Theresienstadt, Auschwitz, das Warschauer Ghetto, Dachau - diese Orte stehen in aller Welt für die Gräueltaten des Nationalsozialismus. Max Mannheimer hat sie überlebt. Seit nunmehr 25 Jahren tritt er als Zeitzeuge vor Schulklassen, Jugendliche und Erwachsene und leiht den Opfern des Holocaust sein Gesicht und seine Stimme. Max Mannheimer ist aber viel mehr als ein Zeitzeuge: Sein ungebrochener Sinn für Humor, sein Charme und seine ausdrucksstarke Malerei sind die Facetten einer eindrucksvollen Persönlichkeit.
    Mit Unterstützung der Friedrich-Ebert-Stiftung und des Vereins "Gegen das Vergessen - Für Demokratie e.V." erscheint erstmals eine Auswahl der wichtigsten Reden und Schriften von und über Max Mannheimer. Freunde, Wegbegleiter und prominente Personen der Öffentlichkeit wie Charlotte Knobloch, Hans-Jochen Vogel und Christian Ude würdigen einen Mann, der unermüdlich gegen das Vergessen kämpft und sich gegen Rassismus jeder Art stellt. Zahlreiche Bilder gewähren zusätzliche Einblicke in das Leben dieses außergewöhnlichen Zeitzeugen und Künstlers.

  • Barbara Thimm, Gottfried Kößler, Susanne Ulrich (Hrsg.)
    Verunsichernde Orte
    Selbstverständnis und Weiterbildung in der Gedenkstättenpädagogik
    208 S., Brandes & Apsel Verlag, Frankfurt a.M. 2010, ISBN 978-3-86099-630-0, 19,90 €

    Abschlusspublikation zum 3-jährigen Projekt „Gedenkstättenpädagogik und Gegenwartsbezug“

    Zwei Generationen nach dem Ende des Nationalsozialismus ist die Gedenkstättenpädagogik ein Arbeitsfeld, das sich etabliert hat. Die Professionalisierung und der Abschied von den Zeitzeug(inn)en lenken die Aufmerksamkeit auf die vielfältigen pädagogischen und psychologischen Fragen, die die Mitarbeiter(innen) bei ihrer Arbeit zu berücksichtigen haben und die bisher nicht zusammengefasst worden sind.
    Da das durch NS-Gedenkstätten vermittelte Wissen tief verunsichernd ist, braucht pädagogische Ver- mittlung an diesen Orten Orientierung – für Besucher(innen) und Mitarbeiter(innen) von Gedenkstätten gleichermaßen. Um den verschiedenen Funktionen von Gedenkstätten im Spannungsfeld zwischen Wis- sensvermittlung und Gedenken gerecht zu werden, ist eine Neuverständigung über realistische Ziele und zeitgemäße Methoden nötig.
    Im Rahmen des Bundesmodellprojekts »Gedenkstättenpädagogik und Gegenwartsbezug – Selbstver- ständigung und Konzeptentwicklung« haben Pädagog(inn)en aus 12 Gedenkstätten in Deutschland, Österreich und Polen ein Berufsbild Gedenkstättenpädagogik entwickelt. Ein Praxisteil mit Übungen zur Selbstreflexion zeigt auf, wie Qualifizierung und Weiterbildung in diesem Arbeitsfeld aussehen können.

    Rezension in: Einsichten und Perspektiven 1/2011

  • Volker Koop
    In Hitlers Hand: »Sonder- und Ehrenhäftlinge« der SS
    300 Seiten, Böhlau Verlag, Köln 2010, ISBN: 978-3412205805, 24,90 Euro

    Oppositionelle Deutsche sowie prominente Politiker aus dem europäischen Ausland wurden unter Hitlers und Himmlers Ägide als Sonder- und Ehrenhäftlinge gefangen gehalten, um als Geiseln bei Verhandlungen mit den Alliierten oder als Faustpfand für den Austausch von Kriegsgefangenen dienen zu können. In den Konzentrationslagern Sachsenhausen, Buchenwald und Dachau hielt die SS jahrelang Sonder- und Ehrenhäftlinge aus dem In- und Ausland gefangen. Daneben beschlagnahmte sie zur Unterbringung hochgestellter Staatsgefangener auch Schlösser, Burgen und Hotels. Diese in der Regel streng isolierten Häftlinge hatten einen besonderen Status. Häufig wurde ihnen sogar eigenes Dienstpersonal zugestanden.
    Zu den Geiseln gehörten Politiker, Militärs, Industrielle, Geistliche und Angehörige des Adels. Unter ihnen befanden sich Regimegegner wie Pastor Martin Niemöller, der Hitlerattentäter Georg Elser oder der ehemalige österreichische Bundeskanzler Kurt Schuschnigg. Besonders betroffen waren französische Politiker und Generäle, beispielsweise Léon Blum und Georges Mandel. Auch Stalins Sohn Jakob Dschugaschwili gehörte dazu. Ehrenhäftlinge waren der niederländische Ministerpräsident Hendrik Coljins, der ungarische Reichsverweser Miklós Horthy, die italienische Prinzessin Mafalda, der belgische König Leopold III. und die Familie des bayerischen Kronprinzen Rupprecht.

  • Dirk Riedel
    Ordnungshüter und Massenmörder im Dienst der Volksgemeinschaft: Der KZ-Kommandant Hans Loritz
    424 Seiten, Metropol Verlag, 2010, ISBN 978-3-940938-63-3, 24 Euro

    Acht Jahre stand der Augsburger Ex-Polizist Hans Loritz an der Spitze der Konzentrationslager Esterwegen, Dachau und Sachsenhausen, ehe er 1942 die Führung von Gefangenenlagern der SS in Norwegen übernahm. Loritz übte als dienstältester KZ-Kommandant starken Einfluss auf die SS-Karrieren anderer Täter aus, unterhielt gute Beziehungen zur Nachbarschaft der Lager und verfügte über weitreichende Handlungsspielräume. Der ebenso rücksichtslose wie korrupte Lagerkommandant trieb im Dienst der „Volksgemeinschaft“ die Eskalation der Gewalt bis hin zum Massenmord zielstrebig voran.

  • Helmut Werner
    Hitlers Alchemisten: Die Geheimen Versuche zur Goldherstellung im KZ Dachau188 Seiten, Melchior Verlag, 2010, ISBN-13: 978-3941555877 , 9,95 Euro

    Gold in Dachau! Dieser interessante Tatsachenbericht dokumentiert geheime Versuche zur Goldherstellung im KZ Dachau. Schon 1937 hatte der Ing. Karl Malchus den SS-Führer Himmler davon überzeugt, dass er aus gewöhnlichem Flusssand Gold gewinnen könne. Malchus führte seine Versuche daraufhin in der düsteren Atmosphäre des KZs Dachau aus. Goldschmiedemeister Blum sollte den Erfinder bei den Experimenten unterstützen. Blums Aufzeichnungen dienen als Grundlage der Dokumentation und enttarnen den Betrüger Malchus, der bald auch Platin und Öl in der Nähe Dachaus entdeckt haben will. Ein großer spannender Schwindel!

  • Pascal Cziborra
    Frauen im KZ: Möglichkeiten und Grenzen der historischen Forschung am Beispiel des KZ Flossenbürg und seiner Außenlager
    460 Seiten, Lorbeer - Verlag, 2010, ISBN-13: 978-3938969106, 29,95 Euro

    Das konkrete Schicksal von mehr als 16.000 weiblichen KZ-Häftlingen und ihrer über 500 SS-Aufseherinnen wird in der vorliegenden Studie von Pascal Cziborra zum Forschungsgegenstand erklärt. Mittels intensiver globaler Recherchen sammelte der Autor zahlreiche Daten und Zeugnisse und analysiert mit Hilfe seiner vielseitigen Bild- und Textquellen die Geschichte der Außenlager in Chemnitz, Dresden, Freiberg, Graslitz, Gundelsdorf, Hainichen, Helmbrechts, Hertine, Holleischen, Leitmeritz, Mehltheuer, Mittweida, Neu Rohlau, Nürnberg, Oederan, Plauen, Rochlitz, Venusberg, Wilischthal, Wolkenburg, Zschopau und Zwodau. Dort hatten die Frauen Zwangsarbeit für die deutsche Rüstungsindustrie zu verrichten. Mindestens 8200 Häftlinge hatten neben Flossenbürg auch das KZ Auschwitz Birkenau und etwa 6600 Frauen das Konzentrationslager Ravensbrück durchlaufen.

  • Leslie Schwartz
    Durch die Hölle von Auschwitz und Dachau: Ein Junge erkämpft sein Überleben
    140 Seiten, Lit Verlag 2010, 16,90 Euro

    "Ich sollte nicht leben. Es ist ein Fehler. Ich wurde am 12. Januar 1930 geboren. Ich bin ein Jude. Dreimal schon sollte der Tod mich ereilt haben. Die Gründe, warum ich die Hölle überlebt habe, sind in dem Verlangen zu sehen, meine Geschichte zu erzählen. Ich hatte Alpträume. Ich dachte, wir alle wären tot und ich könnte nichts berichten. Dann hätte niemand von den Ereignissen erfahren. Nun bin ich 80. Mein Name ist Leslie Schwartz. Man nennt mich Lazarus. Warum? Der Bibel gemäß bin auch ich von den Toten auferstanden, wie Lazarus. Wenn ich meine Geschichte erzählen will, so muss es jetzt sein, jetzt bleibt mir noch Zeit." (Leslie Schwartz)
    Weitere Informationen mit Leseproben beim Lit Verlag: http://www.lit-verlag.de/presse_pdf/presse_schwartz.pdf

  • Kai Kappel
    Religiöse Erinnerungsorte in der KZ-Gedenkstätte Dachau
    Deutscher Kunstverlag 2010, 96 Seiten, 8 Euro

    Gesamtdokumentation der 1960-95 in der KZ-Gedenkstätte Dachau errichteten Kapellen, Kirchen und Klöster sowie der jüdischen Gedenkstätte. Darunter ist ein Hauptwerk der Nachkriegsarchitektur in Deutschland: die evang. Versöhnungskirche Helmut Strifflers. In den Blick genommen werden auch die problematischen Planungen im ersten Jahrzehnt nach der BefreiungDachau, im März 1933 als eines der ersten dauerhaften Konzentrationslager eingerichtet, ist bis heute ein Synonym für den menschenverachtenden NS-Unterdrückungsapparat, »ein Bezirk, dessen Boden uns durch die Sohlen brennt, auch wenn wir ihn nie betreten haben« (Ulrich Conrads). Bereits kurz nach der Befreiung gab es Planungen, das Dachauer Lagerareal durch Kreuzzeichen und Kirchenbauten christlich zu überformen. Zwischen 1960 und 1967, im Kontext der Einrichtung der KZ-Gedenkstätte, entstanden im Norden des Lagers »Orte der Meditation«: die katholische Todesangst-Christi-Kapelle, die jüdische Gedenkstätte und die international bekannte evangelische Versöhnungskirche. Ergänzt wurden diese durch das Kloster Karmel »Heilig Blut« sowie die russisch-orthodoxe Kapelle. Die religiösen Erinnerungsorte im Lager Dachau künden vom gesellschaftlichen Neuaufbruch und vom ernsthaften Willen zum Gedenken an die NS-Opfer. Ihre komplexe Baugeschichte wie auch ihre Kunstwerke werden in dieser reich bebilderten Publikation erstmals gemeinsam vorgestellt.
  • Jörg Skriebeleit
    Erinnerungsort Flossenbürg: Akteure, Zäsuren, Geschichtsbilder
    389 Seiten, Wallstein Verlag 2009, 39,90 Euro

    Vom Stigma zum »Standortfaktor«: Das KZ Flossenbürg.
    Der heutige Bekanntheitsgrad der ehemaligen Konzentrationslager leitet sich nicht automatisch von ihrer historischen Bedeutung ab. Die Erinnerung an die dort begangenen Verbrechen wird ganz entscheidend durch die Darstellung, Vergegenwärtigung, Symbolisierung und Inszenierung des Vergangenen geprägt. So gehörte das Konzentrationslager Flossenbürg, obwohl es früher als andere zur Gedenkstätte wurde, bald zu den vergessenen Lagern.
    Jörg Skriebeleit analysiert die Wahrnehmungs- und Rezeptionsgeschichte des Erinnerungsortes Flossenbürg. Er befasst sich aus kulturwissenschaftlicher Perspektive mit der Frage, auf welche Weise historische Ereignisse, die mit den nationalsozialistischen Massenverbrechen verbunden sind, Eingang in das kulturelle Gedächtnis finden oder eben nicht. Der Autor skizziert nicht nur die Diskurse über das Lager. Er beleuchtet gleichzeitig den Umgang mit dem historischen Ort, seiner Umwidmung zum Siedlungsgelände, Industrieareal und zur Parkanlage. Einen Schwerpunkt legt der Autor auf die Darstellung der Akteure. Besondere Beachtung findet hierbei die Kommune Flossenbürg, deren Haltung zum früheren Konzentrationslager sich allmählich vom Stigma zum »Standortfaktor« wandelte.
    Über den Autor
    Jörg Skriebeleit, geb. 1968, seit 1999 Leiter der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg. Zahlreiche Publikationen zur Erinnerungskultur und zur Geschichte des Konzentrationslagers Flossenbürg. Im Wallstein Verlag erschienen: Konzentrationslager Flossenbürg 1938-1945. Katalog zur ständigen Ausstellung (2008)

  • Rudolf Kalmar
    Zeit ohne Gnade
    272 Seiten, Metroverlag, 1. (Neu-)Auflage, Dezember 2009, 16,90 Euro

    Unmittelbar nach dem "Anschluss" Österreichs an Hitler-Deutschland im Jahr 1938 wurde der Journalist Rudolf Kalmar mit dem ersten Transport politischer Gefangener in das Konzentrationslager Dachau deportiert. Das Zeugnis seines Überlebens sollte keine systematische Darstellung über sieben Jahre in den "Todesmühlen" werden, vielmehr versuchte er »die kleinen Dinge am Rande« zu sehen. 1946 in einer Auflage von 30.000 Stück erschienen, erregte »Zeit ohne Gnade« weit über die Grenzen Österreichs hinaus großes Aufsehen.
    Die vorliegende Ausgabe macht einen der zentralen Texte der österreichischen Lagerliteratur der Öffentlichkeit wieder zugänglich und bietet mit einem Kommentar und Aufsätzen zur Biografie des Autors und Rezeptionsgeschichte interessante Einblicke in die frühen Jahre der Zweiten Republik. "Ja, so war Dachau wirklich!" (Hermann Langbein)

  • Dachauer Heft 25, Die Zukunft der Erinnerung
    250 Seiten, 14 Euro
  • Sabine Schalm
    Überleben durch Arbeit? Außenkommandos und Außenlager des KZ Dachau 1933-1945

    368 Seiten, Metropol Verlag 2009, 21 Euro
  • Alois Epple
    KZ Türkheim: Das Dachauer Außenlager Kaufering VI

    156 Seiten, Lorbeer Verlag, 2009, 19,95 Euro

    „ [...] es gibt nur zwei Rassen von Menschen, die Anständigen und die Unanständigen.“ Mit diesen Worten stellt sich der in Türkheim befreite, ehemalige Häftling Dr. Viktor E. Frankl gegen das Konstrukt der Kollektivschuld und nimmt damit auch seinen ehemaligen Lagerkommandanten Karl Hofmann in Schutz. Das Lager ‚Kaufering VI’ der Organisation Todt war dem KZ Dachau unterstellt und beherbergte während seines Bestehens mehrere Tausend jüdische Häftlinge, gegenüber denen sich Hofmann weitestgehend human benommen haben soll. Die Frauen und Mädchen waren aus den Außenlagern Landsberg und Burgau überstellt worden und hatten davor auch die Konzentrationslager Ravensbrück, Bergen Belsen oder Auschwitz durchlaufen. Eine große Anzahl ungarischer Juden wurde direkt aus Budapest nach Türkheim deportiert. Andere wurden aus den Kauferinger Außenlagern und dem Stammlager Dachau abkommandiert oder ins Türkheimer ‚Schonungslager’ eingewiesen. Im April wird die Mehrheit der Häftlinge schließlich nach Allach bei München evakuiert. Nur etwa 500 Häftlinge werden am 27. April 1945 in Türkheim von den Alliierten befreit. Dr. Alois Epple führte zahlreiche Interviews und eine umfangreiche Korrespondenz mit vielen Zeitzeugen und rekonstruiert anhand einer breiten Quellenbasis die Lagergeschichte.
  • Michael Shermer and Alex Grobman Berkeley
    Who Says the Holocaust Never Happened and Why Do They Say It?

    University of California Press, 2009 $18.95 (paperback)
  • Kerstin Schwenke
    Die Besatzer und die Öffnung der Konzentrationslager in Bayern am Beispiel des Lagers Dachau
    Grin Verlag, September 2008, 56 Seiten, 12,99 Euro

    Kerstin Schwenke
    Didaktische Überlegungen zu Gedenkstättenbesuchen mit Schulklassen -
    Allgemein und am Beispiel der Gedenkstätte Dachau

    Grin Verlag, Oktober 2008, 64 Seiten, 13,99 Euro
  • Dachauer Hefte Band 24,
    KZ und Nachwelt
    von Wolfgang Benz (Herausgeber), Barbara Distel (Herausgeber), Comité International de Dachau (Herausgeber)

  • KZ-Gedenkstätte Flossenbürg (Herausgeber)
    Konzentrationslager Flossenbürg 1938-1945: Katalog zur ständigen Ausstellung
    Wallstein Verlag 2008, ISBN-10: 3835304356
    316 Seiten, 24,80 Euro

  • Peter Longerich,
    Heinrich Himmler: Biographie (Gebundene Ausgabe)
    Siedler Verlag 2008, ISBN-10: 3886808599
    1040 Seiten, 39,95 Euro
  • Sie waren dabei: Mitläuferinnen, Nutznießerinnen, Täterinnen im Nationalsozialismus (Broschiert)
    Hrsg. von Marita Krauss
    Wallstein Verlag (August 2008), ISBN-10: 3835303147
    261 Seiten, 20 Euro
  • Das Konzentrationslager Dachau: Geschichte und Wirkung nationalsozialistischer Repression
    Hrsg. v. Wolfgang Benz und Angelika Königseder,
    Metropol Verlag, 2008, ISBN-10: 3940938106
    462 Seiten, 24 Euro

  • Nach der "Stunde Null": Stadt und Landkreis Dachau 1945 bis 1949
    Hrsg. v. Norbert Göttler,
    Utz Verlag 2008, ISBN-10: 3831608032
    406 Seiten, 24 Euro
  • Martin Gruner,
    Verurteilt in Dachau: Der Prozess gegen den KZ-Kommandanten Alex Piorkowski vor einem US-Militärgericht
    Wißner Verlag 2008, ISBN-10: 3896396501
    160 Seiten, 16 Euro

  • Wolfgang Benz
    Völkermorde im 20. Jahrhundert
    60 Seiten, Picus Verlag 2008, ISBN-10: 3854525370, 7,90 Euro

  • Livia Bitton-Jackson
    1000 Jahre habe ich gelebt
    Eine Jugend im Holocaust
    224 Seiten, Verlag Urachhaus, 2.Auflage 2007, ISBN 978-3825174521, 12,50 Euro
  • Mit 13 Jahren wurde das Mädchen Elli Friedmann mit ihrer Familie im März 1944 von den Nazis nach Auschwitz verschleppt. Und von einem Tag auf den anderen ging alles, was ihr Leben bis dahin ausgemacht hatte, verloren.
    Als eine der wenigen Jugendlichen, die die Konzentrations- und Arbeitslager [Auschwitz, Plaszow und die Dachauer Außenlager Augsburg und Mühldorf] überlebt haben, schildert sie ihren Weg durch die Vernichtungsmaschinerie mit einer ergreifenden Sprache, die ein erschreckendes Bild der unvorstellbaren Grausamkeiten des Naziregimes zeichnet.

  • Mieczyslaw Grabinski,
    "Die Diplomatie in Dachau...">
    264 Seiten, Warszawa 2007, ISBN 978-83-89474-16-2, 19 Euro

    Vom Verfasser:
    "Mit der Aufzeichnung dieser Erinnerungen habe im Konzentrationslager Dachau begonnen, in der Zeit der Untätigkeit während der ersten Typhusquarantäne, die Anfang 1943 ausbrach.
    Danach schrieb ich im Arbeitskommando, auf den Plantagen und überall dort, wo sich Gelegenheit dazu bot. [...]
    Nach Abschluss des VI. Kapitels des letzten Teils versteckte ich das Manuskript dann in einem Winkel der "Pfeffermühle" unter Säcken mit deutschem Pfeffer. [...]"
    Dachau, Mai 1945

  • Pascal Cziborra
    KZ Flossenbürg. Gedenkbuch der Frauen: Memorial Book Women
    Lorbeer Verlag, Oktober 2007, 180 Seiten, 24,90 Euro

  • Daniella Seidl
    "Zwischen Himmel und Hölle": Das Kommando 'Plantage' des Konzentrationslagers Dachau
    Das Kommando "Plantage" des Konzentrationslagers Dachau (Taschenbuch)
    Herausgegeben von Bernhard Schoßig und Robert Sigel
    Reihentitel: Dachauer Diskurse. Beiträge zur Zeitgeschichte und zur historisch-politischen Bildung
    Band 1, Herbert Utz Verlag, München 2007

  • »Dachauer Prozesse«
    NS-Verbrechen vor amerikanischen Militärgerichten in Dachau 1945-1948. Verfahren, Ergebnisse, Nachwirkungen
    Herausgegeben von Ludwig Eiber und Robert Sigel
    Reihentitel: Dachauer Symposien zur Zeitgeschichte (Hg. i. A. der Stadt Dachau und des Jugendgästehauses Dachau von Bernhard Schoßig) Bandnummer: 07; 
    Wallstein Verlag, Göttingen 2007, € 20,00 (D)

    Für einen ersten Einblick empfiehlt sich die Google Book Suche

  • André Heiderscheid
    Nie wieder!
    (Band 2). Gebunden, 232 Seiten, 180 Illustrationen. 43 Euro. ISBN: 978-2-87963-701-3 Pick It!
    (Band 1 weiterhin verfügbar!) Erhältlich im Fachhandel oder gegen Überweisung auf das BCEE-Konto von saint-paul luxembourg LU61 0019 1300 6666 4000 (Titel angeben). Lieferung frei Haus.

    Unter den nicht weniger als 902 Konzentrationslagern (Hauptlager und Außenkommandos), die es im von Nazi-Deutschland beherrschten Europa gab, nehmen Hinzert, Natzweiler-Struthof und Dachau insofern eine Sonderstellung ein, als sie in besonders schmerzlicher Weise mit Luxemburgern zu tun hatten. Im vorliegenden Buch werden die unsäglichen Verbrechen dargestellt, die in diesen drei Todesfabriken begangen wurden.
    "Das Anliegen, das auch diesem Band zugrunde liegt, deckt sich voll und ganz mit allen vorangegangenen ähnlichen Veröffentlichungen des Autors: Nicht Gräben und Mauern sollen uns trennen, nicht Zwietracht, Feindschaft und Hass sollen uns leiten, doch in Europa und in der Welt von morgen muss es genügend Wächter geben, die wissen, was gegebenenfalls im Menschen ist, und die mit allen Mitteln dem Bösen schon in den Anfängen wehren, damit sich nicht wiederholen kann, was sich nicht wiederholen darf. Nie wieder!" (André Heiderscheid in seinem Vorwort)
    "Hinzert ist einer der Leidensorte der Luxemburger; dieses Hinzert, im Krieg überall gekannt und gefürchtet als Vorhölle der Peinigung, ist das Symbol des Schreckens geworden. Es ist ein Feuerofen gewesen, in dem Jünglinge sangen und Männer weinten, ein Kalvarienhügel, auf dem das menschliche Antlitz bespuckt wurde ..." (Engel/Hohengarten)
    "Viele meiner Kameraden wurden [in Natzweiler] kaltblütig zu Tode gemartert. Ich sah die Leute der Strafkompanie und der Nacht-und-Nebel-Gruppe, wie sie von SS-Leuten zusammengeschlagen wurden, wie sie mit den Füßen und mit Gewehrkolben zu Krüppeln geschlagen oder zu Tode gepeitscht wurden." (Erny Gillen)
    "Im Geiste sah ich die Freunde in Elend, Hunger und Kälte vergehen. Zugleich aber taucht ein Gesicht vor mir auf, wie aus Stein gemeißelt, die Zähne aufeinandergebissen, in den Zügen der Doppelausdruck unsäglicher Not und zugleich unendlicher, fast spöttischer Verachtung ..., jene Maske, die Batty Esch im Lager [Dachau] trug." (Jean Bernard)

  • Dachauer Hefte 23
    Nationalitäten im KZ
    Hrsg. v. W. Benz und B. Distel
    Verlag Dachauer Hefte, Alte Römerstr. 75, 85221 Dachau
    Einzelpreis 14,-Euro (zuzüglich Porto), im Abonnement 12,- Euro, an der KZ-Gedenkstätte Dachau 10,- Euro
    ISBN 978 3-980 85 87-8-6

    Aus dem Inhalt:
  • May B. Broda, Der Schweizer Bürger Leopold Obermayer im KZ Dachau
    Ein frühes Beispiel eidgenössischer Opferschutzpolitik
  • Johannes Strasser, Die österreichischen Häftlinge im Konzentrationslager Dachau
  • Jürgen Zarusky, Die Russen im KZ Dachau
  • Andrej Ule, Slowenen in Dachau
  • Zoltan Tarr, Werner Jacob Cahnman in Dachau
  • Alexander Schmidt, Geschichte auf zwei Ebenen - die neue Dauerausstellung "Konzentrationslager Flossenbürg 1938-1945"

  • Wolfgang Benz, Barbara Distel
    Flossenbürg. Das Konzentrationslager Flossenbürg und seine Außenlager (Broschiert)
    ISBN 3406562299, 285 Seiten, EUR 16,00

    Kurzbeschreibung
    In Flossenbürg in der bayerischen Oberpfalz unweit der tschechischen Grenze wurde am 3. Mai 1938 ein KZ eröffnet. Zunächst für "Asoziale" und "Kriminelle" vorgesehen, war es bald mit Gefangenen aller Kategorien belegt, darunter Polen des Warschauer Aufstands. Das KZ hatte schließlich 83 Außenlager in Nordbayern, Sachsen und Böhmen. Am 23. April 1945 befreite die US-Army die letzten Häftlinge des Lagers, das wegen der besonders schlechten Haftbedingungen einen sehr üblen Ruf hatte. Flossenbürg war wegen der reichen Granitvorkommen als Standort eines Konzentrationslagers gewählt worden. Schließlich wurde Zwangsarbeit für die Rüstungsindustrie, auch in den zahlreichen Außenlagern, immer wichtiger. In einigen Außenlagern mußten die Häftlinge Stollen für unterirdische Fabriken graben, wobei viele Menschen zu Tode kamen. Etwa 100000 Gefangene, Männer und Frauen, waren in den Lagern von Flossenbürg Opfer nationalsozialistischen Terrors, mindestens 30000 haben ihn nicht überlebt.

  • Sabine Gerhardus, Björn Mensing,
    Namen statt Nummern. Dachauer Lebensbilder und Erinnerungsarbeit (Broschiert)

    ISBN-10: 3374024882, 372 Seiten, EUR 12,80

    Kurzbeschreibung
    Mindestens acht Millionen Menschen wurden zwischen 1933 und 1945 in den Konzentrationslagern gequält. Wer kann sich unter dieser unermesslichen Zahl überhaupt etwas vorstellen? Konkret und persönlich wird Erinnern und Gedenken, wenn einzelne KZ-Häftlinge in der anonymen, von der SS durchnummerierten Masse wieder als Individuen sichtbar gemacht werden: Namen statt Nummern. Seit 1999 konnten zahlreiche Jugendliche und Erwachsene vom Trägerkreis Gedächtnisbuch für die Häftlinge des KZ Dachau dafür gewonnen werden, ein Schicksal lebendig werden zu lassen. Sie recherchierten Informationen und Dokumente und erstellten daraus im Gespräch mit Angehörigen und Zeitzeugen ein Gedächtnisblatt. Im Buch wird eine Auswahl dieser Lebensbilder erstmals abgedruckt, zumeist illustriert mit historischen Fotos. Hinzu kommen Kurzbiografien der mehr als 100 evangelischen Pfarrer aus ganz Europa, die in Dachau eingesperrt waren. Interessierte finden in dem Buch zudem Hintergrundinformationen zum Projekt Gedächtnisbuch sowie zur Erinnerungsarbeit und Gedenkkultur an der Evangelischen Versöhnungskirche, auch als Anregung für eigene Initiativen.

  • Dachauer Hefte 22
    Realität - Metapher - Symbol
    Auseinandersetzung mit dem Konzentrationslager
    ISBN 13: 978 3-980 85 87-7-3
    222 Seiten, erhältlich in der KZ-Gedenkstätte

    Aus dem Inhalt:
  • Barbara Distel: Neue Formen der Erinnerung
  • Dirk Riedel: "Arbeit macht frei". Leitsprüche und Metaphern aus der Welt des Konzentrationslagers
  • Winfried Meyer, Stefanie Nathow: "Liebesgaben" aus Genf
  • Annette Leo: "Nackt unter Wölfen". Mythos und Realität
  • Stefanie Endlich: Vier Mahnmale. Zur künstlerischen Auseinandersetzung mit KZ und Vernichtungslagern
  • Verena Walter: Kinder im KZ. Zur Bedeutung von Erinnerungsdiskursen


  • Das Standardwerk zum KZ Dachau
    jetzt auch als Taschenbuch erhältlich
    Stanislav Zámecník, Das war Dachau
    448 Seiten, Broschur
    ISBN 978-3-596-17228-3
    Fischer Taschenbuch Verlag
    € 10,95

  • Harald Welzer
    Täter. Wie aus ganz normalen Menschen Massenmörder werden
    Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2005. 323 Seiten, 19,90 Euro.
     
    Rezension (Auszüge)

    Alles ist möglich
    Wie Menschen zu Tätern werden: Harald Welzers Einfühlung

    Als sechzehn Versuchspersonen im Rahmen eines Rorschach-Tests amorphe Tintenklecksbilder vorgelegt bekamen und sie nach ihren Assoziationen befragt wurden, wollten fünf v on ihnen darin ein Chamäleon erkennen. Ansonsten fielen keine ungewöhnlichen psychischen Merkmale auf. Allerdings schien es sich bei den Untersuchten um Personen von überdurchschnittlicher Kreativität und Phantasie zu handeln - wahrscheinlich, wie einer der untersuchenden Psychologen anerkennend meinte, um Kollegen aus der eigenen Disziplin. Was die Gutachter nicht wussten: Man hatte ihnen die Akten eines Tests vorgelegt, der während der Nürnberger Prozesse an der überlebenden NS-Führungselite durchgeführt worden war. ..

    Welzer ... zeigt .. überzeugend, dass die meisten dieser Aussagen nicht etwa von pathologischen Sadisten stammen, sondern eine immanente Rationalität besitzen, die man Schritt für Schritt nachvollziehen muss, um etwas von der Dynamik zu verstehen, die zum Holocaust führen konnte. Welzer stützt sich dabei auf Grundannahmen der Sozialpsychologie, die er en passant einführt: Menschen handeln weder auf der Grundlage von anthropologischen Konstanten noch folgen sie ausschließlich ihren individuellen Triebschicksalen, sondern sie versuchen sich in einem sozialen Gefüge zu bewähren. Davon künden noch die Rechtfertigungen der Mörder. ..

    Tatsächlich hat Welzer gezeigt, dass die Morde als unangenehme Arbeit empfunden wurden, zu der sich nur Wenige mit vorbehaltloser Begeisterung meldeten. Hat man einmal akzeptiert, dass die Vernichtung der Juden unumgänglich notwendig ist, so ist die Ausführung dieser Arbeit eine Sache des Pflichtgefühls. Die Massenmorde wurden durch fortschreitende Professionalisierung in Normalität überführt, nur selten im Blutrausch durchgeführt. "Unanständigkeiten" - dass also, mit Himmlers Beispiel, etwa einem Ermordeten eine Zigarette entwendet wurde - kamen zwar zweifellos häufiger vor als Himmler behauptete, waren aber zumindest phasenweise durchaus als solche markiert und wurden in Einzelfällen sogar gerichtlich untersucht. Etwas wie Moral war also keineswegs gänzlich verschwunden, nur hatte sich ihr "Referenzrahmen", in einer allerdings unheimlichen Weise, verschoben.

    Es kommt noch schlimmer. Das Pflichtgefühl der Mörder ist keineswegs mit blindem Gehorsam zu verwechseln, die Organisation nicht mit einer gänzlich unbefragbaren Befehlshierarchie. Vielmehr macht Welzer deutlich, dass zur Optimierung der Massenmorde gerade solche Qualitäten gehörten, die man auch in jedem demokratischen Staat und jedem kreativen Unternehmen schätzt: die Fähigkeiten, Konflikte zu moderieren, Verbesserungsvorschläge zu machen, das weitere Vorgehen diskursiv auszuhandeln, Aufgaben sozialverträglich zu verteilen usw. ..

    Das Fazit ist alarmierend, wenngleich nicht ganz neu: "Alles ist möglich." Allenfalls eine Beruhigung hält Welzer bereit, die er aus einer Interpretation des so genannten Milgram-Experimentes ableitet, bei dem sich gezeigt hat, wie leicht sich Probanden von Versuchsleitern befehlen lassen, als "Lehrer" anderen Probanden, den "Schülern", Stromschläge zu verabreichen. Wenn sich jedoch "Lehrer" und "Schüler" untereinander kannten, habe die "soziale Nähe" zwischen beiden dazu geführt, dass sehr viel mehr "Lehrer" sich weigerten, die verordneten Stromschläge zu erteilen. ..

    ROBERT STOCKHAMMER

    Quelle: Süddeutsche Zeitung
    Nr.239, Montag, den 17. Oktober 2005 , Seite 16


  • Wolfgang Benz  / Barbara Distel (Hrsg.)
    Der Ort des Terrors. Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager.
    Band 2: Frühe Lager - Dachau - Emslandlager

    C.H. Beck Verlag, München 2005. 607 Seiten, 59,90 €.
    Rezension: Berliner Literaturkritik 

  • Thomas Muggenthaler
    "Ich lege mich hin und sterbe"
    Ehemalige Häftlinge des KZ Flossenbürg berichten
    Das Buch enthält zwei CDs mit Hörfunksendungen des Bayerischen Rundfunks
    Hergestellt in Zusammenarbeit zwischen KZ-Gedenkstätte Flossenbürg, Bayerischer Rundfunk, Verlag Ernst Vögel Verlag, 2005, 160 Seiten, EUR 24,80
    ISBN 3.89650-201-8

    Aus der Verlagsankündigung:
    Thomas Muggenthaler stellt ehemalige Häftlinge vor, von denen viele erstmals über ihre Leiden im KZ Flossenbürg berichten. Das Buch dokumentiert ergreifende Schicksale und packende Lebensgeschichten, voller Trauer, aber manchmal auch mit einem kleinen 'Happy End'.
    Der Autor versucht Überlebende mit ganz unterschiedlichen Lebenswegen zu Wort kommen zu lassen. Da ist der Pole Julian Noga, der wegen seiner Liebe zu einer Österreicherin verhaftet worden ist. Der Tscheche Ferdinand Knobloch wartete nach seiner Rückkehr vergeblich auf seine Frau, die ebenfalls deportiert worden war. Da steht die tragische Geschichte des Belgiers Marcel Dumez, der beide Brüder in diesem KZ verlor, neben der Rettung des 14-jährigen Juden Jack Terry, dem der Todesmarsch erspart blieb, weil ihn ältere Häftlinge im Lager versteckt hatten.

  • Jack Terry und Alicia Nitecki
    Jakubs Welt
    Die Erinnerungen des Jack Terry
    Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit, München 2005, 142 Seiten
    kostenlos

    Aus dem Geleitwort:
    Genau sechzig Jahre nach der Befreiung Jack Terrys aus dem Konzentrationslager Flossenbürg erscheint nun seine Lebensgeschichte. Jack Terry - ursprünglich Jakub Szabmacher mit Namen - musste bereits in frühester Jugend die tägliche Bedrohung seines Lebens in den Gettos und Konzentrationslagern der Nazis erfahren und fand trotzdem nach seiner Rettung zu einem selbstbestimmten und erfüllten Leben.
    Besonders junge Leserinnen und Leser werden sich mit Jakub identifizieren können, denn er war selbst noch ein Kind, als die Nazis 1939 in Polen einfielen und die Welt seiner Kindheit zerstörten und schließlich seine öteten.


  • Benz, Wolfgang, Distel, Barbara
    Der Ort des Terrors
    Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager

    Band 1: Die Organisation des Terrors.

    C.H. Beck Verlag, 2005, ca. 400 Seiten. Leinen. EUR 59.90
    ISBN 3-406-52961-5

    Kurzinformation des Verlags:

    Die nationalsozialistischen Konzentrationslager – das Standardwerk in sieben Bänden

    Im ersten Band dieser auf sieben Bände angelegten Gesamtdarstellung werden Struktur und System der nationalsozialistischen Konzentrationslager herausgearbeitet. In einzelnen Beiträgen zu Themen wie Organisationsstruktur, Architektur, Bewachungspersonal, Häftlingsgesellschaft, medizinische Experimente, frühe Lager, Todesmärsche, Zwangsarbeit, Kunst u. a. erhält der Leser eine Vorstellung davon, wie der nationalsozialistische Repressionsapparat entstand und zum omnipräsenten Herrschaftsinstrument ausgebaut wurde.

    Zum Wesen nationalsozialistischer Herrschaft gehörte das System des Terrors, das in der Regie der SS ganz Europa mit einem Netz von Konzentrationslagern überzog. Insgesamt existierten 24 Hauptlager mit ungefähr 1000 Außenlagern, in denen Menschen als Regimegegner, als religiöse und kulturelle Minderheit, als "Asoziale", als Widerstandskämpfer, als "rassisch" Unerwünschte verfolgt, gequält, als Arbeitssklaven ausgebeutet und vernichtet wurden.
    Zur Topographie der Verfolgung gehörten außer den eigentlichen KZ auch Vernichtungslager wie Treblinka und Sobibór, Ghettos wie Theresienstadt und Lodz und viele Sonderformen wie Arbeitserziehungslager, Polizeihaftlager, "Sonderlager" bis zum "Jugendschutzlager". Am Anfang des KZ-Systems steht jenes Lager, das im März 1933 bei Dachau errichtet wurde, am Ende Mauthausen, das als letztes KZ erst am 5. Mai 1945 befreit wurde. Die Namen einiger Konzentrationslager – Auschwitz, Bergen-Belsen, Buchenwald – wurden zum Synonym des Staatsterrors, viele sind aber vergessen. Lange blieb die Historiographie der Verfolgung im KZ den ehemaligen Häftlingen überlassen. Der Ort des Terrors führt erstmals alle Forschungsergebnisse zu einer Gesamtgeschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager zusammen. In chronologischer Reihenfolge wird jedes KZ dargestellt, im Anschluss daran werden sämtliche dazu gehörenden Außen- und Nebenlager in alphabetischer Reihenfolge beschrieben.

    Die Herausgeber
    Wolfgang Benz, geb. 1941, ist Professor für Geschichte an der Technischen Universität Berlin und Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung. Er hat zahlreiche Werke zur Geschichte des "Dritten Reiches" und der nationalsozialistischen Judenverfolgung vorgelegt, darunter zuletzt bei C.H. Beck "Was ist Antisemitismus?" (2004).

    Barbara Distel, geb. 1943, Dr. phil. h.c., ist Leiterin der KZ-Gedenkstätte Dachau. Zahlreiche Veröffentlichungen zur Geschichte der Konzentrationslager, zuletzt: "Wir konnten die Kinder doch nicht im Stich lassen" (Hrsg. 2003).

    Wolfgang Benz und Barbara Distel geben gemeinsam die Dachauer Hefte heraus, für die sie 1992 den "Geschwister-Scholl-Preis" erhielten.

  • Grüß mich Gott! Fritz Grünbaum - Eine Biographie
    Christian Brandstätter Verlag

    Anlässlich des 125. Geburtstags des 1941 im KZ Dachau ums Leben gekommenen Wiener Librettisten und Kabarettisten Fritz Grünbaum organisiert das Wiener Theatermuseum am Lobkowitzplatz  eine Ausstellung (bis 8. Mai), begleitet von einem Katalog mit ausführlicher Biografie, im Löcker Verlag erscheint eine 280-seitige Textsammlung (Hallo, Hier Grünbaum!), der Molden Verlag veröffentlicht erotische Gedichte (Vierweiberei) und die Edition Mnemosyne brachte eine Doppel-CD heraus mit Aufnahmen Grünbaums (Das Cabaret ist mein Ruin).

    Weitere Informationen zu Grünbaum:
    Wiener Zeitung, 23.02.05
    Der Standard, 4.03.05

  • Gregor Schwake
    Mönch hinter Stacheldraht. Erinnerungen an das KZ Dachau
    Aschendorff Verlag GmbH & Co. KG, Juni 2005
    198 Seiten, Euro 16.80
    ISBN: 3402002108

  • Ergänzungs- oder Berichtigungsvorschläge richten Sie bitte an email@gedenkstaettenpaedagogik-bayern.de


    Haftungsausschlusserklärung: Über Links auf dieser Seite können Sie auf Fremdseiten und werbliche Mitteilungen Dritter gelangen, für deren Inhalt wir keine Verantwortung übernehmen können.

     
    alt alt