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NeuerscheinungenDachauer Gedenkorte zwischen Vergessen und Erinnern: Die Massengräber am Leitenberg und der ehemalige SS-Schießplatz bei Hebertshausen nach 1945 146 Seiten, Herbert Utz Verlag (Dezember 2011), ISBN-13: 978-3831640966, 29 € Neben der 1965 eröffneten KZ-Gedenkstätte Dachau, die jährlich von mehreren hunderttausend Besuchern aus aller Welt aufgesucht wird, gibt es auch zwei weniger bekannte Gedenkorte in Dachau: den KZ-Ehrenfriedhof auf dem Leitenberg, auf dem sich die Gräber von über 7400 Toten des Konzentrationslagers Dachau befinden, und den ehemaligen SS-Schießplatz bei Hebertshausen, auf dem etwa 4000 sowjetische Kriegsgefangene in den Jahren 1941/42 ermordet wurden. Die vorliegende Studie untersucht den Umgang mit diesen beiden Orten von 1945 bis zur Gegenwart und zeigt, wie sich die Formen der Erinnerung über die Jahrzehnte verändert haben. Über den Autor Kerstin Schwenke wurde 1983 in München geboren. Sie studierte Geschichte und Germanistik an der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Universidad de Salamanca. Ihr Studium schloss sie 2008 mit dem 1. Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien ab. Nach der Ablegung des 2. Staatsexamens ist sie seit 2010 Mitarbeiterin der KZ-Gedenkstätte Dachau. Geboren im KZ Mütter, sieben Kinder und das Wunder von Kaufering Mit einem Nachwort von Max Mannheimer 213 S., Verlag C.H.Beck, München 2011, ISBN 978-3-406-62107-9, 12,95 € Als am 29. April 1945 die Amerikaner das Lager Dachau befreien, stoßen sie zu ihrer größten Überraschung auf sieben Frauen mit Babys. Ein Wunder wird bestaunt inmitten der Zerstörung. Das Buch von Eva Gruberová und Helmut Zeller erzählt die unglaubliche Geschichte von Eva und Miriam, zwei dieser sieben jüdischen Mütter, die verschiedene KZs durch viele glückliche Zufälle überstehen konnten und heute in Kanada und Tschechien leben. Das Buch erzählt ihre Geschichte beginnend mit den frühen 40er Jahren, als die beiden, die eine in Ungarn, die andere in der Slowakei, junge Frauen sind, hoffnungsvoll ihr Leben planen und sich verlieben. Beide werden in den ersten Wochen ihrer Schwangerschaft nach Auschwitz-Birkenau deportiert. Ohne voneinander zu wissen, durchlaufen Eva und Miriam noch zwei weitere KZs, bis ihre Schwangerschaft Ende November 1944 von der SS entdeckt wird. Sie werden in das Dachauer Außenlager Kaufering I gebracht, wo sie sich kennenlernen. Die Nachricht über die Geburt der Kinder im Winter 44/45 sorgt im Lager, in dem täglich Menschen an Hunger, Kälte und Folter sterben, für starke emotionelle Reaktion. Niemand weiß, warum die SS die Frauen und Babys nicht töten lässt. Während der Evakuierung des Lagers überstehen die Frauen mit ihren Babys auf dem Arm einen Luftangriff der Alliierten und werden schließlich in Dachau befreit. Eva erfährt, dass ihr Mann Géza nicht überlebt hat. Miriam hat mehr Glück, sie wandert mit ihrem Mann und dem Baby nach Kanada aus. Aber alle sieben Mütter finden sich nach dem Krieg wieder. Max Mannheimer - Überlebender, Künstler, Lebenskünstler Ausgewählte Reden und Schriften von und über Max Mannheimer 255 Seiten, Volk Verlag, München 2011, ISBN-13: 978-3862220120, 16,90 Euro Theresienstadt, Auschwitz, das Warschauer Ghetto, Dachau - diese Orte stehen in aller Welt für die Gräueltaten des Nationalsozialismus. Max Mannheimer hat sie überlebt. Seit nunmehr 25 Jahren tritt er als Zeitzeuge vor Schulklassen, Jugendliche und Erwachsene und leiht den Opfern des Holocaust sein Gesicht und seine Stimme. Max Mannheimer ist aber viel mehr als ein Zeitzeuge: Sein ungebrochener Sinn für Humor, sein Charme und seine ausdrucksstarke Malerei sind die Facetten einer eindrucksvollen Persönlichkeit. Mit Unterstützung der Friedrich-Ebert-Stiftung und des Vereins "Gegen das Vergessen - Für Demokratie e.V." erscheint erstmals eine Auswahl der wichtigsten Reden und Schriften von und über Max Mannheimer. Freunde, Wegbegleiter und prominente Personen der Öffentlichkeit wie Charlotte Knobloch, Hans-Jochen Vogel und Christian Ude würdigen einen Mann, der unermüdlich gegen das Vergessen kämpft und sich gegen Rassismus jeder Art stellt. Zahlreiche Bilder gewähren zusätzliche Einblicke in das Leben dieses außergewöhnlichen Zeitzeugen und Künstlers. Verunsichernde Orte Selbstverständnis und Weiterbildung in der Gedenkstättenpädagogik 208 S., Brandes & Apsel Verlag, Frankfurt a.M. 2010, ISBN 978-3-86099-630-0, 19,90 € Abschlusspublikation zum 3-jährigen Projekt „Gedenkstättenpädagogik und Gegenwartsbezug“ Zwei Generationen nach dem Ende des Nationalsozialismus ist die Gedenkstättenpädagogik ein Arbeitsfeld, das sich etabliert hat. Die Professionalisierung und der Abschied von den Zeitzeug(inn)en lenken die Aufmerksamkeit auf die vielfältigen pädagogischen und psychologischen Fragen, die die Mitarbeiter(innen) bei ihrer Arbeit zu berücksichtigen haben und die bisher nicht zusammengefasst worden sind. Da das durch NS-Gedenkstätten vermittelte Wissen tief verunsichernd ist, braucht pädagogische Ver- mittlung an diesen Orten Orientierung – für Besucher(innen) und Mitarbeiter(innen) von Gedenkstätten gleichermaßen. Um den verschiedenen Funktionen von Gedenkstätten im Spannungsfeld zwischen Wis- sensvermittlung und Gedenken gerecht zu werden, ist eine Neuverständigung über realistische Ziele und zeitgemäße Methoden nötig. Im Rahmen des Bundesmodellprojekts »Gedenkstättenpädagogik und Gegenwartsbezug – Selbstver- ständigung und Konzeptentwicklung« haben Pädagog(inn)en aus 12 Gedenkstätten in Deutschland, Österreich und Polen ein Berufsbild Gedenkstättenpädagogik entwickelt. Ein Praxisteil mit Übungen zur Selbstreflexion zeigt auf, wie Qualifizierung und Weiterbildung in diesem Arbeitsfeld aussehen können. Rezension in: Einsichten und Perspektiven 1/2011 In Hitlers Hand: »Sonder- und Ehrenhäftlinge« der SS 300 Seiten, Böhlau Verlag, Köln 2010, ISBN: 978-3412205805, 24,90 Euro Oppositionelle Deutsche sowie prominente Politiker aus dem europäischen Ausland wurden unter Hitlers und Himmlers Ägide als Sonder- und Ehrenhäftlinge gefangen gehalten, um als Geiseln bei Verhandlungen mit den Alliierten oder als Faustpfand für den Austausch von Kriegsgefangenen dienen zu können. In den Konzentrationslagern Sachsenhausen, Buchenwald und Dachau hielt die SS jahrelang Sonder- und Ehrenhäftlinge aus dem In- und Ausland gefangen. Daneben beschlagnahmte sie zur Unterbringung hochgestellter Staatsgefangener auch Schlösser, Burgen und Hotels. Diese in der Regel streng isolierten Häftlinge hatten einen besonderen Status. Häufig wurde ihnen sogar eigenes Dienstpersonal zugestanden. Zu den Geiseln gehörten Politiker, Militärs, Industrielle, Geistliche und Angehörige des Adels. Unter ihnen befanden sich Regimegegner wie Pastor Martin Niemöller, der Hitlerattentäter Georg Elser oder der ehemalige österreichische Bundeskanzler Kurt Schuschnigg. Besonders betroffen waren französische Politiker und Generäle, beispielsweise Léon Blum und Georges Mandel. Auch Stalins Sohn Jakob Dschugaschwili gehörte dazu. Ehrenhäftlinge waren der niederländische Ministerpräsident Hendrik Coljins, der ungarische Reichsverweser Miklós Horthy, die italienische Prinzessin Mafalda, der belgische König Leopold III. und die Familie des bayerischen Kronprinzen Rupprecht. Ordnungshüter und Massenmörder im Dienst der Volksgemeinschaft: Der KZ-Kommandant Hans Loritz 424 Seiten, Metropol Verlag, 2010, ISBN 978-3-940938-63-3, 24 Euro Acht Jahre stand der Augsburger Ex-Polizist Hans Loritz an der Spitze der Konzentrationslager Esterwegen, Dachau und Sachsenhausen, ehe er 1942 die Führung von Gefangenenlagern der SS in Norwegen übernahm. Loritz übte als dienstältester KZ-Kommandant starken Einfluss auf die SS-Karrieren anderer Täter aus, unterhielt gute Beziehungen zur Nachbarschaft der Lager und verfügte über weitreichende Handlungsspielräume. Der ebenso rücksichtslose wie korrupte Lagerkommandant trieb im Dienst der „Volksgemeinschaft“ die Eskalation der Gewalt bis hin zum Massenmord zielstrebig voran. Hitlers Alchemisten: Die Geheimen Versuche zur Goldherstellung im KZ Dachau188 Seiten, Melchior Verlag, 2010, ISBN-13: 978-3941555877 , 9,95 Euro Gold in Dachau! Dieser interessante Tatsachenbericht dokumentiert geheime Versuche zur Goldherstellung im KZ Dachau. Schon 1937 hatte der Ing. Karl Malchus den SS-Führer Himmler davon überzeugt, dass er aus gewöhnlichem Flusssand Gold gewinnen könne. Malchus führte seine Versuche daraufhin in der düsteren Atmosphäre des KZs Dachau aus. Goldschmiedemeister Blum sollte den Erfinder bei den Experimenten unterstützen. Blums Aufzeichnungen dienen als Grundlage der Dokumentation und enttarnen den Betrüger Malchus, der bald auch Platin und Öl in der Nähe Dachaus entdeckt haben will. Ein großer spannender Schwindel! Frauen im KZ: Möglichkeiten und Grenzen der historischen Forschung am Beispiel des KZ Flossenbürg und seiner Außenlager 460 Seiten, Lorbeer - Verlag, 2010, ISBN-13: 978-3938969106, 29,95 Euro Das konkrete Schicksal von mehr als 16.000 weiblichen KZ-Häftlingen und ihrer über 500 SS-Aufseherinnen wird in der vorliegenden Studie von Pascal Cziborra zum Forschungsgegenstand erklärt. Mittels intensiver globaler Recherchen sammelte der Autor zahlreiche Daten und Zeugnisse und analysiert mit Hilfe seiner vielseitigen Bild- und Textquellen die Geschichte der Außenlager in Chemnitz, Dresden, Freiberg, Graslitz, Gundelsdorf, Hainichen, Helmbrechts, Hertine, Holleischen, Leitmeritz, Mehltheuer, Mittweida, Neu Rohlau, Nürnberg, Oederan, Plauen, Rochlitz, Venusberg, Wilischthal, Wolkenburg, Zschopau und Zwodau. Dort hatten die Frauen Zwangsarbeit für die deutsche Rüstungsindustrie zu verrichten. Mindestens 8200 Häftlinge hatten neben Flossenbürg auch das KZ Auschwitz Birkenau und etwa 6600 Frauen das Konzentrationslager Ravensbrück durchlaufen. Durch die Hölle von Auschwitz und Dachau: Ein Junge erkämpft sein Überleben 140 Seiten, Lit Verlag 2010, 16,90 Euro "Ich sollte nicht leben. Es ist ein Fehler. Ich wurde am 12. Januar 1930 geboren. Ich bin ein Jude. Dreimal schon sollte der Tod mich ereilt haben. Die Gründe, warum ich die Hölle überlebt habe, sind in dem Verlangen zu sehen, meine Geschichte zu erzählen. Ich hatte Alpträume. Ich dachte, wir alle wären tot und ich könnte nichts berichten. Dann hätte niemand von den Ereignissen erfahren. Nun bin ich 80. Mein Name ist Leslie Schwartz. Man nennt mich Lazarus. Warum? Der Bibel gemäß bin auch ich von den Toten auferstanden, wie Lazarus. Wenn ich meine Geschichte erzählen will, so muss es jetzt sein, jetzt bleibt mir noch Zeit." (Leslie Schwartz) Weitere Informationen mit Leseproben beim Lit Verlag: http://www.lit-verlag.de/presse_pdf/presse_schwartz.pdf Religiöse Erinnerungsorte in der KZ-Gedenkstätte Dachau Deutscher Kunstverlag 2010, 96 Seiten, 8 Euro Gesamtdokumentation der 1960-95 in der KZ-Gedenkstätte Dachau errichteten Kapellen, Kirchen und Klöster sowie der jüdischen Gedenkstätte. Darunter ist ein Hauptwerk der Nachkriegsarchitektur in Deutschland: die evang. Versöhnungskirche Helmut Strifflers. In den Blick genommen werden auch die problematischen Planungen im ersten Jahrzehnt nach der BefreiungDachau, im März 1933 als eines der ersten dauerhaften Konzentrationslager eingerichtet, ist bis heute ein Synonym für den menschenverachtenden NS-Unterdrückungsapparat, »ein Bezirk, dessen Boden uns durch die Sohlen brennt, auch wenn wir ihn nie betreten haben« (Ulrich Conrads). Bereits kurz nach der Befreiung gab es Planungen, das Dachauer Lagerareal durch Kreuzzeichen und Kirchenbauten christlich zu überformen. Zwischen 1960 und 1967, im Kontext der Einrichtung der KZ-Gedenkstätte, entstanden im Norden des Lagers »Orte der Meditation«: die katholische Todesangst-Christi-Kapelle, die jüdische Gedenkstätte und die international bekannte evangelische Versöhnungskirche. Ergänzt wurden diese durch das Kloster Karmel »Heilig Blut« sowie die russisch-orthodoxe Kapelle. Die religiösen Erinnerungsorte im Lager Dachau künden vom gesellschaftlichen Neuaufbruch und vom ernsthaften Willen zum Gedenken an die NS-Opfer. Ihre komplexe Baugeschichte wie auch ihre Kunstwerke werden in dieser reich bebilderten Publikation erstmals gemeinsam vorgestellt. Erinnerungsort Flossenbürg: Akteure, Zäsuren, Geschichtsbilder 389 Seiten, Wallstein Verlag 2009, 39,90 Euro Vom Stigma zum »Standortfaktor«: Das KZ Flossenbürg. Der heutige Bekanntheitsgrad der ehemaligen Konzentrationslager leitet sich nicht automatisch von ihrer historischen Bedeutung ab. Die Erinnerung an die dort begangenen Verbrechen wird ganz entscheidend durch die Darstellung, Vergegenwärtigung, Symbolisierung und Inszenierung des Vergangenen geprägt. So gehörte das Konzentrationslager Flossenbürg, obwohl es früher als andere zur Gedenkstätte wurde, bald zu den vergessenen Lagern. Jörg Skriebeleit analysiert die Wahrnehmungs- und Rezeptionsgeschichte des Erinnerungsortes Flossenbürg. Er befasst sich aus kulturwissenschaftlicher Perspektive mit der Frage, auf welche Weise historische Ereignisse, die mit den nationalsozialistischen Massenverbrechen verbunden sind, Eingang in das kulturelle Gedächtnis finden oder eben nicht. Der Autor skizziert nicht nur die Diskurse über das Lager. Er beleuchtet gleichzeitig den Umgang mit dem historischen Ort, seiner Umwidmung zum Siedlungsgelände, Industrieareal und zur Parkanlage. Einen Schwerpunkt legt der Autor auf die Darstellung der Akteure. Besondere Beachtung findet hierbei die Kommune Flossenbürg, deren Haltung zum früheren Konzentrationslager sich allmählich vom Stigma zum »Standortfaktor« wandelte. Über den Autor Jörg Skriebeleit, geb. 1968, seit 1999 Leiter der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg. Zahlreiche Publikationen zur Erinnerungskultur und zur Geschichte des Konzentrationslagers Flossenbürg. Im Wallstein Verlag erschienen: Konzentrationslager Flossenbürg 1938-1945. Katalog zur ständigen Ausstellung (2008) Zeit ohne Gnade 272 Seiten, Metroverlag, 1. (Neu-)Auflage, Dezember 2009, 16,90 Euro Unmittelbar nach dem "Anschluss" Österreichs an Hitler-Deutschland im Jahr 1938 wurde der Journalist Rudolf Kalmar mit dem ersten Transport politischer Gefangener in das Konzentrationslager Dachau deportiert. Das Zeugnis seines Überlebens sollte keine systematische Darstellung über sieben Jahre in den "Todesmühlen" werden, vielmehr versuchte er »die kleinen Dinge am Rande« zu sehen. 1946 in einer Auflage von 30.000 Stück erschienen, erregte »Zeit ohne Gnade« weit über die Grenzen Österreichs hinaus großes Aufsehen. Die vorliegende Ausgabe macht einen der zentralen Texte der österreichischen Lagerliteratur der Öffentlichkeit wieder zugänglich und bietet mit einem Kommentar und Aufsätzen zur Biografie des Autors und Rezeptionsgeschichte interessante Einblicke in die frühen Jahre der Zweiten Republik. "Ja, so war Dachau wirklich!" (Hermann Langbein) 250 Seiten, 14 Euro Überleben durch Arbeit? Außenkommandos und Außenlager des KZ Dachau 1933-1945 368 Seiten, Metropol Verlag 2009, 21 Euro KZ Türkheim: Das Dachauer Außenlager Kaufering VI 156 Seiten, Lorbeer Verlag, 2009, 19,95 Euro „ [...] es gibt nur zwei Rassen von Menschen, die Anständigen und die Unanständigen.“ Mit diesen Worten stellt sich der in Türkheim befreite, ehemalige Häftling Dr. Viktor E. Frankl gegen das Konstrukt der Kollektivschuld und nimmt damit auch seinen ehemaligen Lagerkommandanten Karl Hofmann in Schutz. Das Lager ‚Kaufering VI’ der Organisation Todt war dem KZ Dachau unterstellt und beherbergte während seines Bestehens mehrere Tausend jüdische Häftlinge, gegenüber denen sich Hofmann weitestgehend human benommen haben soll. Die Frauen und Mädchen waren aus den Außenlagern Landsberg und Burgau überstellt worden und hatten davor auch die Konzentrationslager Ravensbrück, Bergen Belsen oder Auschwitz durchlaufen. Eine große Anzahl ungarischer Juden wurde direkt aus Budapest nach Türkheim deportiert. Andere wurden aus den Kauferinger Außenlagern und dem Stammlager Dachau abkommandiert oder ins Türkheimer ‚Schonungslager’ eingewiesen. Im April wird die Mehrheit der Häftlinge schließlich nach Allach bei München evakuiert. Nur etwa 500 Häftlinge werden am 27. April 1945 in Türkheim von den Alliierten befreit. Dr. Alois Epple führte zahlreiche Interviews und eine umfangreiche Korrespondenz mit vielen Zeitzeugen und rekonstruiert anhand einer breiten Quellenbasis die Lagergeschichte. Who Says the Holocaust Never Happened and Why Do They Say It? University of California Press, 2009 $18.95 (paperback) Die Besatzer und die Öffnung der Konzentrationslager in Bayern am Beispiel des Lagers Dachau Grin Verlag, September 2008, 56 Seiten, 12,99 Euro Kerstin Schwenke Didaktische Überlegungen zu Gedenkstättenbesuchen mit Schulklassen - Allgemein und am Beispiel der Gedenkstätte Dachau Grin Verlag, Oktober 2008, 64 Seiten, 13,99 Euro KZ und Nachwelt von Wolfgang Benz (Herausgeber), Barbara Distel (Herausgeber), Comité International de Dachau (Herausgeber) Konzentrationslager Flossenbürg 1938-1945: Katalog zur ständigen Ausstellung Wallstein Verlag 2008, ISBN-10: 3835304356 316 Seiten, 24,80 Euro Heinrich Himmler: Biographie (Gebundene Ausgabe) Siedler Verlag 2008, ISBN-10: 3886808599 1040 Seiten, 39,95 Euro Hrsg. von Marita Krauss Wallstein Verlag (August 2008), ISBN-10: 3835303147 261 Seiten, 20 Euro Hrsg. v. Wolfgang Benz und Angelika Königseder, Metropol Verlag, 2008, ISBN-10: 3940938106 462 Seiten, 24 Euro Hrsg. v. Norbert Göttler, Utz Verlag 2008, ISBN-10: 3831608032 406 Seiten, 24 Euro Verurteilt in Dachau: Der Prozess gegen den KZ-Kommandanten Alex Piorkowski vor einem US-Militärgericht Wißner Verlag 2008, ISBN-10: 3896396501 160 Seiten, 16 Euro Völkermorde im 20. Jahrhundert 60 Seiten, Picus Verlag 2008, ISBN-10: 3854525370, 7,90 Euro 1000 Jahre habe ich gelebt Eine Jugend im Holocaust 224 Seiten, Verlag Urachhaus, 2.Auflage 2007, ISBN 978-3825174521, 12,50 Euro Als eine der wenigen Jugendlichen, die die Konzentrations- und Arbeitslager [Auschwitz, Plaszow und die Dachauer Außenlager Augsburg und Mühldorf] überlebt haben, schildert sie ihren Weg durch die Vernichtungsmaschinerie mit einer ergreifenden Sprache, die ein erschreckendes Bild der unvorstellbaren Grausamkeiten des Naziregimes zeichnet. "Die Diplomatie in Dachau..."> 264 Seiten, Warszawa 2007, ISBN 978-83-89474-16-2, 19 Euro Vom Verfasser: "Mit der Aufzeichnung dieser Erinnerungen habe im Konzentrationslager Dachau begonnen, in der Zeit der Untätigkeit während der ersten Typhusquarantäne, die Anfang 1943 ausbrach. Danach schrieb ich im Arbeitskommando, auf den Plantagen und überall dort, wo sich Gelegenheit dazu bot. [...] Nach Abschluss des VI. Kapitels des letzten Teils versteckte ich das Manuskript dann in einem Winkel der "Pfeffermühle" unter Säcken mit deutschem Pfeffer. [...]" Dachau, Mai 1945 KZ Flossenbürg. Gedenkbuch der Frauen: Memorial Book Women Lorbeer Verlag, Oktober 2007, 180 Seiten, 24,90 Euro "Zwischen Himmel und Hölle": Das Kommando 'Plantage' des Konzentrationslagers Dachau Das Kommando "Plantage" des Konzentrationslagers Dachau (Taschenbuch) Herausgegeben von Bernhard Schoßig und Robert Sigel Reihentitel: Dachauer Diskurse. Beiträge zur Zeitgeschichte und zur historisch-politischen Bildung Band 1, Herbert Utz Verlag, München 2007 NS-Verbrechen vor amerikanischen Militärgerichten in Dachau 1945-1948. Verfahren, Ergebnisse, Nachwirkungen Herausgegeben von Ludwig Eiber und Robert Sigel Reihentitel: Dachauer Symposien zur Zeitgeschichte (Hg. i. A. der Stadt Dachau und des Jugendgästehauses Dachau von Bernhard Schoßig) Bandnummer: 07; Wallstein Verlag, Göttingen 2007, € 20,00 (D) Für einen ersten Einblick empfiehlt sich die Google Book Suche Nie wieder! (Band 2). Gebunden, 232 Seiten, 180 Illustrationen. 43 Euro. ISBN: 978-2-87963-701-3 Pick It! (Band 1 weiterhin verfügbar!) Erhältlich im Fachhandel oder gegen Überweisung auf das BCEE-Konto von saint-paul luxembourg LU61 0019 1300 6666 4000 (Titel angeben). Lieferung frei Haus. Unter den nicht weniger als 902 Konzentrationslagern (Hauptlager und Außenkommandos), die es im von Nazi-Deutschland beherrschten Europa gab, nehmen Hinzert, Natzweiler-Struthof und Dachau insofern eine Sonderstellung ein, als sie in besonders schmerzlicher Weise mit Luxemburgern zu tun hatten. Im vorliegenden Buch werden die unsäglichen Verbrechen dargestellt, die in diesen drei Todesfabriken begangen wurden. "Das Anliegen, das auch diesem Band zugrunde liegt, deckt sich voll und ganz mit allen vorangegangenen ähnlichen Veröffentlichungen des Autors: Nicht Gräben und Mauern sollen uns trennen, nicht Zwietracht, Feindschaft und Hass sollen uns leiten, doch in Europa und in der Welt von morgen muss es genügend Wächter geben, die wissen, was gegebenenfalls im Menschen ist, und die mit allen Mitteln dem Bösen schon in den Anfängen wehren, damit sich nicht wiederholen kann, was sich nicht wiederholen darf. Nie wieder!" (André Heiderscheid in seinem Vorwort) "Hinzert ist einer der Leidensorte der Luxemburger; dieses Hinzert, im Krieg überall gekannt und gefürchtet als Vorhölle der Peinigung, ist das Symbol des Schreckens geworden. Es ist ein Feuerofen gewesen, in dem Jünglinge sangen und Männer weinten, ein Kalvarienhügel, auf dem das menschliche Antlitz bespuckt wurde ..." (Engel/Hohengarten) "Viele meiner Kameraden wurden [in Natzweiler] kaltblütig zu Tode gemartert. Ich sah die Leute der Strafkompanie und der Nacht-und-Nebel-Gruppe, wie sie von SS-Leuten zusammengeschlagen wurden, wie sie mit den Füßen und mit Gewehrkolben zu Krüppeln geschlagen oder zu Tode gepeitscht wurden." (Erny Gillen) "Im Geiste sah ich die Freunde in Elend, Hunger und Kälte vergehen. Zugleich aber taucht ein Gesicht vor mir auf, wie aus Stein gemeißelt, die Zähne aufeinandergebissen, in den Zügen der Doppelausdruck unsäglicher Not und zugleich unendlicher, fast spöttischer Verachtung ..., jene Maske, die Batty Esch im Lager [Dachau] trug." (Jean Bernard) Dachauer Hefte 23 Nationalitäten im KZ Hrsg. v. W. Benz und B. Distel Verlag Dachauer Hefte, Alte Römerstr. 75, 85221 Dachau Einzelpreis 14,-Euro (zuzüglich Porto), im Abonnement 12,- Euro, an der KZ-Gedenkstätte Dachau 10,- Euro ISBN 978 3-980 85 87-8-6 Aus dem Inhalt: Ein frühes Beispiel eidgenössischer Opferschutzpolitik Flossenbürg. Das Konzentrationslager Flossenbürg und seine Außenlager (Broschiert) ISBN 3406562299, 285 Seiten, EUR 16,00 Kurzbeschreibung In Flossenbürg in der bayerischen Oberpfalz unweit der tschechischen Grenze wurde am 3. Mai 1938 ein KZ eröffnet. Zunächst für "Asoziale" und "Kriminelle" vorgesehen, war es bald mit Gefangenen aller Kategorien belegt, darunter Polen des Warschauer Aufstands. Das KZ hatte schließlich 83 Außenlager in Nordbayern, Sachsen und Böhmen. Am 23. April 1945 befreite die US-Army die letzten Häftlinge des Lagers, das wegen der besonders schlechten Haftbedingungen einen sehr üblen Ruf hatte. Flossenbürg war wegen der reichen Granitvorkommen als Standort eines Konzentrationslagers gewählt worden. Schließlich wurde Zwangsarbeit für die Rüstungsindustrie, auch in den zahlreichen Außenlagern, immer wichtiger. In einigen Außenlagern mußten die Häftlinge Stollen für unterirdische Fabriken graben, wobei viele Menschen zu Tode kamen. Etwa 100000 Gefangene, Männer und Frauen, waren in den Lagern von Flossenbürg Opfer nationalsozialistischen Terrors, mindestens 30000 haben ihn nicht überlebt. Sabine Gerhardus, Björn Mensing, Namen statt Nummern. Dachauer Lebensbilder und Erinnerungsarbeit (Broschiert) ISBN-10: 3374024882, 372 Seiten, EUR 12,80 Kurzbeschreibung Mindestens acht Millionen Menschen wurden zwischen 1933 und 1945 in den Konzentrationslagern gequält. Wer kann sich unter dieser unermesslichen Zahl überhaupt etwas vorstellen? Konkret und persönlich wird Erinnern und Gedenken, wenn einzelne KZ-Häftlinge in der anonymen, von der SS durchnummerierten Masse wieder als Individuen sichtbar gemacht werden: Namen statt Nummern. Seit 1999 konnten zahlreiche Jugendliche und Erwachsene vom Trägerkreis Gedächtnisbuch für die Häftlinge des KZ Dachau dafür gewonnen werden, ein Schicksal lebendig werden zu lassen. Sie recherchierten Informationen und Dokumente und erstellten daraus im Gespräch mit Angehörigen und Zeitzeugen ein Gedächtnisblatt. Im Buch wird eine Auswahl dieser Lebensbilder erstmals abgedruckt, zumeist illustriert mit historischen Fotos. Hinzu kommen Kurzbiografien der mehr als 100 evangelischen Pfarrer aus ganz Europa, die in Dachau eingesperrt waren. Interessierte finden in dem Buch zudem Hintergrundinformationen zum Projekt Gedächtnisbuch sowie zur Erinnerungsarbeit und Gedenkkultur an der Evangelischen Versöhnungskirche, auch als Anregung für eigene Initiativen. Realität - Metapher - Symbol Auseinandersetzung mit dem Konzentrationslager ISBN 13: 978 3-980 85 87-7-3 222 Seiten, erhältlich in der KZ-Gedenkstätte Aus dem Inhalt: jetzt auch als Taschenbuch erhältlich Stanislav Zámecník, Das war Dachau 448 Seiten, Broschur ISBN 978-3-596-17228-3 Fischer Taschenbuch Verlag € 10,95 Täter. Wie aus ganz normalen Menschen Massenmörder werden Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2005. 323 Seiten, 19,90 Euro. Rezension (Auszüge) Alles ist möglich
Als
sechzehn Versuchspersonen im Rahmen eines Rorschach-Tests amorphe
Tintenklecksbilder vorgelegt bekamen und sie nach ihren Assoziationen
befragt wurden, wollten fünf v
on ihnen darin ein Chamäleon erkennen.
Ansonsten fielen keine ungewöhnlichen psychischen Merkmale auf.
Allerdings schien es sich bei den Untersuchten um Personen von
überdurchschnittlicher Kreativität und Phantasie zu handeln -
wahrscheinlich, wie einer der untersuchenden Psychologen anerkennend
meinte, um Kollegen aus der eigenen Disziplin. Was die Gutachter nicht
wussten: Man hatte ihnen die Akten eines Tests vorgelegt, der während
der Nürnberger Prozesse an der überlebenden NS-Führungselite
durchgeführt worden war. .. |
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